Projekt Studienreise mit lettischen Schülern zu den Universitäten Hamburg, Kiel, Lübeck- vom 23. bis zum 26. Oktober 2017

      

Der Förderkreis ermöglichte auch in diesem Jahr lettischen Schülern, die von ihnen angestrebten Studienfächer vor dem Abitur im Gespräch mit Fachdozenten und den Vertretern der allgemeinen Studieninformation an deutschen Universitäten zu überprüfen. Wir hatten die Gelegenheit bereits im Mai 2017, die interessierten Schüler/innen bei einem Besuch in Riga zu sprechen. Sie möchten das deutsche Sprachdiplom DSD II ablegen und überlegen, ein Studium in Deutschland aufzunehmen oder mit dem „Master“ an einer deutschen Hochschule abzuschließen. Die Wunschfächer wurden uns zugesandt, und Anfang/Mitte September konnten wir Dozenten in Hamburg, Kiel und Lübeck anschreiben. In diesem Jahr waren die MIN-Fächer (Chemie, Physik, Informatik) und die Fachbereiche der Volks-und Betriebswirtschaft am stärksten gefragt, außerdem standen die Germanistische Linguistik (und Lexikologie), sowie Kunstgeschichte, Psychologie und sogar die Schauspiel-Ausbildung auf dem Plan. Die Dozenten zeigten sich gern bereit, Gespräche mit den Schülern zu führen, oder wenn es anders nicht ging, halfen Studenten in höheren Semestern aus. Nicht selten schlossen sich Schüler, die eigentlich „Freizeit“ hatten, den Gruppen an, die Fachdozenten ihrer „zweiten Wahl“ besuchten. Elf angehende Abiturienten hatten sich angemeldet. Sie kamen Montag früh am Flughafen Hamburg an. Nach einem erfrischenden Kaffee auf einem Studentenhaus folgten sechs Gesprächstermine, einschließlich der allgemeinen fachübergreifenden Studienberatung. Den Dienstag starteten wir im Planetarium Hamburg mit einer imposanten Vorführung über „Aurora und die Polarlichter“. Danach hatten die angehenden Physiker die Möglichkeit, eine Einführungsvorlesung (Physik I) zu besuchen, eine andere Gruppe ging zur Psychologie oder zum Schauspiel. Den Tag beschloss eine Dampferfahrt entlang der Elbe. An der Uni Kiel erhielten die Schüler am Mittwoch in den MIN-Fächern und den Volks-und Betriebs-Wissenschaften viele für sie verwertbare Informationen. Am Donnerstag waren Uni und FH in Lübeck vorgesehen; dort gab es u.a. für die „Chemiker“ Gelegenheit, in eine Vorlesung hineinzuhören, das Labor zu besuchen, ein Gespräch mit einem Studenten im Masterstudium zu führen. Die Interessierten für das Studium der Wirtschaftswissenschaften erfuhren neben dem Ablauf des weitgefächerten Studienangebots praktische Hinweise zur Anmeldung und Finanzierung des Studiums. Am Abend luden wir zu einer „Rocky Horror Show“ ins Theater ein. Die Begleitung der Schüler teilten sich Gutta Nehring-Ansohn und Wolf-G. Ansohn; in Hamburg wurden wir von den Herren Hohenberg und Keinath dankenswerterweise unterstützt. Die freie Zeit nutzten die Schüler, um sich die Städte anzusehen. Soviel wir erfahren haben, sind alle gesund wieder in Ihrer Heimat angekommen und wir hoffen, dass sie von der Studienreise Anregungen und die notwendigen Erfahrungen mitnehmen konnten. Gespannt sind wir auf die berufliche Entwicklung der jungen Leute, mit denen es Freude bereitete, über ihre Zukunft zu sprechen und ihnen für den weiteren Weg Anregungen zu geben. Gutta Nehring-Ansohn und Wolf-G. Ansohn

 
Die "Chemikerinnen" Eleonora Rieksta,
Livia Bardina, Katrine Prane in der
angewandten Chemie FH Lübeck

Aktuelle Aktivitäten der „Brücke“

Auszug aus dem aktuellen Protokoll der Jahresversammlung 2017:

Unsere lettischen  Schüler werden im August am „Jugendcamp des Landesjugendringes Schleswig-Holstein“ teilnehmen, um den „Blick über den Tellerrand“ zu erweitern. Es ist gelungen, zwei Schüler aus dem Staatl. Deutschen Gymnasium Riga und einen aus Rigas Centra Humanitas Viduskola für ein internationales Medienprojekt anzumelden. Im August werden sie mit Schülern aus Skandinavien im Camp Mözen bei Kiel wohnen und an verschiedenen TV-Stationen Medienprojekte entwickeln und sogar senden.

Einem Teilnehmer an der Studienreise 2015 konnten wir (er studiert an der TU München) bei der Wohnungsbeschaffung behilflich sein.

Das Projekt Hospitation für DSD I – Schüler läuft weiter: Eine begabte Schülerin des Staatl. Deutschen Gymnasiums Riga wird 1 Monat in der Tellkampf Europaschule am Unterricht teilnehmen und bei Gasteltern untergebracht.

Für die diesjährige Europawoche in Hannover (i.d. Tellkampf Europaschule), an der sich einschl. der lettischen Schüler Klassen aus sieben europäischen Ländern beteiligten, haben wir wieder zur Unterstützung des vielseitigen Programms gespendet. Eine persönliche Teilnahme am Europaabend aus diesem Anlass war in diesem Jahr nicht möglich. Im November wird ein Gegenbesuch von Tellkampfschülern in Lettland stattfinden.

Projekt „Informative Studienreise 2015“ zu den Universitäten Hamburg, Kiel, Lübeck-vom 26. Oktober bis 30. Oktober 2015.

Die männlichen Teilnehmer der Studienreise auf  Erkundungstour in Lübeck
Die beiden Betreuerinnen Frau Jacovica (l.), vom Staatlichen Detuschen Gymnasium Riga  und Fraus Kruma vom Ersten Staatsgymnasium Riga
Die weiblichen Teilnehmerinnen in Erwartung der kommenden Ereignisse

 Wir waren erstaunt, dass sich so viele Schüler der beiden Gymnasien in Riga (Deutsches Gymnasium und 1. Staatsgymnasium) für die diesjährige Studienreise  anmeldeten, sodass wir Schüler der 11.Klasse abweisen mussten,  und uns überwiegend auf die Abiturienten-klassen konzentriert haben. Geht es doch darum, jedem Schüler die Möglichkeit zu geben, sich umfassend im Gespräch mit einem Fachdozenten zu informieren und zu prüfen, ob das gewünschte Studienfach tatsächlich zu ihm oder ihr passt.  Einer aktuellen Studie nach fehlt es bei den meisten Studienanfängern nämlich an ausreichender Vorbereitung auf ein Studium. Und die Quoten der Studien -Abbrecher sind leider hoch, insbesondere bei den MIN-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften) und den Ingenieur- Wissenschaften nicht selten zweistellig. Die Anzahl der Studienfachangebote hat in den letzten Jahren zugenommen. Gleichzeitig sind die Studienfächer intensiviert und vertieft worden. Sie wurden auch durch Module ergänzt, die den Studenten freie Wahl bei der Gestaltung lassen. Dreizehn Schüler (6 männliche, 7 weibliche Teilnehmer) hatten sich für zehn Fachgebiete angemeldet. Aufmerksam beteiligten sich  alle Schüler an der Vorbereitung auf die Besuchstage, die wir in der Jugendherberge in Lübeck nach dem Einquartieren durchführten. Es stellte sich heraus, dass für fast jedes Fachgespräch mehr Schüler Interesse zeigten als angemeldet. Wir begrüßten das: Einige Schüler wollten die Studienreise also nutzen, ihr Wahlfach zu überprüfen und sich umfassend zu informieren. Entsprechend intensiv waren die Fragen an die Dozenten, die zum Teil  über Beamer und Leinwand, mit Modellen ihre Beiträge verdeutlichten, die Labore öffneten, wissenschaftliche Sammlungen zeigten und uns in Vorlesungen führten. Natürlich – das war der weitere Zweck der Reise – sprachen alle nur Deutsch, um die Vorbereitung der Schüler auf das Deutsche Sprachdiplom (DSDII) zu unterstützen. Je einen Tag besuchten wir die Universitäten Hamburg, danach Kiel und schlossen in Lübeck an der Uni (Psychologie und Medizin) und der Fachhochschule Lübeck (Maschinenbau, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Informationstechnologie und Design, Betriebswirtschaftslehre,  Städtebau ) und mit einer allgemeinen Studienberatung die Studienformationen ab. Ein Theaterbesuch  zur „West Side Story“ (in deutscher Sprache) und eine Stadtführung, zu der Herr Herold, Geschäftsführer der DAG (Deutsche Auslandsgesellschaft), einlud, rundeten die Reise ab. Mit dem DAG verbindet die „Brücke“ seit 2012 eine Partnerschaft. Die Lehrerinnen, Frauen Zane Jakovica und Karina Kruma, begleiteten die Schüler. Im Frühjahr werden wir voraussichtlich bei der Verleihung der Deutschdiplome anwesend sein und erfahren, welche Wege „unsere“ Schüler gehen möchten. Nach einer Studienreise beginnen etwa 30Prozent von ihnen ein Studium in Deutschland  – oder setzen nach einem Start in Lettland  ihre Ausbildung hier fort.
Gez.: Wolf-G. Ansohn
Schirmherr: Prof. Dr. Edzard Schmidt – Jortzig, Bundesminister a. D.

Neue Horizonte erschließen

Die jungen Damen aus Liepaja und die Begleiter von der „Brücke“ am Elbufer.

Die „Brücke“ lud Absolventen baltischer Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom der Stufe II erwerben möchten, dazu ein, am Unterricht in deutschen Gymnasien teilzunehmen. Bereits im Oktober 2013 wurden die ersten Gespräche geführt. Die interessierten Schülerinnen und Schüler stellten sich mit kurzen Lebensläufen, Fotos und Mailadressen vor. Acht Schülerinnen aus der 5. Mittelschule Liepaja/Liebau entschieden sich, vom 31. 05. – 6.6.14 in Hamburg in der Stadtteilschule Barmbek, sechs Schülerinnen und zwei Schüler aus Riga (vom Deutschen Gymnasium und 1. Staatsgymnasium) vom 15.6. -19.06.14 in der Tellkampf Europa Schule Hannover zu hospitieren. Der Förderkreis war – wie auch die hiesigen Lehrer – darauf bedacht, den Aufenthalt der baltischen Gastschüler so lebendig und intensiv wie möglich zu gestalten. Frau Elisabeth Kalina (Hamburg) und Frau Barbara Schnellbach (Hannover) wird an dieser Stelle nochmals herzlich für das tolle Engagement gedankt. Die jungen Gäste wurden von“Begleitschülern/innen“ empfangen und während des Aufenthalts betreut. So konnten sie dem Unterricht gut folgen und sich bestens informieren. Dank Facebook ereignete sich bereits vorher ein reger Austausch. Nach dem Unterricht war Zeit für kulturelle Angebote und weitere Kommunikation. Als Beispiel sei ein “Baltischer Abend“ – bei Kerzenlicht, mit vielen Gästen – genannt. Die Libauer Mädchen stellten dabei ihre Stadt und ihre Schule vor. Eine Wanderung entlang der Elbe und durch den alten Elbtunnel erfreute ebenso, wie der Besuch des Hamburger Planetariums. Auf die Gäste in Hannover warteten ein Theaterabend mit einem humorvollen Krimi. Nicht zu vergessen das public viewing zur Fussball – Weltmeisterschaft und die Besichtigung der Stadt Hannover mit kundiger Begleitung von Herrn Georg Maltz – Vorstandsmitglied der Deutsch-Baltischen Gesellschaft in Niedersachsen e.V.- dem hier herzlich für seine informative Führung gedankt wird. Gern sprachen alle über ihre neuen Erfahrungen, die sie mit dem Unterricht gemacht hatten, und über ihre Berufspläne. Der Abschied fiel allen Beteiligten schwer. Vielleicht sehen wir einige von ihnen bei der nächsten Studienfahrt wieder. Auch die Lehrer, die den Ablauf in der Schule betreuten, waren zufrieden und wünschten sich, dass die Kontakte zu den lettischen Gymnasien erhalten bleiben und vertieft werden mögen. Die Deutschlehrer der lettischen Gymnasien meldeten sich bereits und sprachen davon, dass die Schüler begeistert von der Zeit in Deutschland berichteten. Es waren aufregende Tage in Hamburg und Hannover, vermischt mit so manchen neuen und anregenden Eindrücken für alle Beteiligten. Dass die Gäste ohne Begleitung der Eltern oder Lehrer nach Deutschland kamen, hat bei den Schülern neben anderem auch das selbständige Entscheiden und Handeln gefördert und die Angst vor Fremdem und Neuem genommen. In Hamburg konnten die Schüler Aufnahme bei Gasteltern finden. Der Förderkreis dankt herzlich Familie Hoffie, Frau Lyra, Familien von Schönberg und Zemitis.

Förderkreis Brücke zum Baltikum ausgezeichnet

Überraschend wurde der  Förderkreis Brücke zum Baltikum
mit der bronzenen Schwalbe für seine hervorragenden Verdienste bei der Erziehung der Jugend ausgezeichnet.
Skulptur und Urkunde wurden anlässlich des Baltischen Abends in Lübeck, am 23. Oktober 2012, dem Vorsitzenden der „Brücke“ überreicht.
Vierzehn Schülerinnen und Schüler aus Lettland – begleitet von Herrn Maris Brasla, dem Direktor des 1.Staatsgymnasiums Riga, und vom stellvertretenden Direktor des Staatlichen deutschen Gymnasiums, Herrn Gunars Tomass – hatten sich für die diesjährige Studienreise angemeldet.
Herr Tomass betonte bei seiner Ansprache bei der Übergabe der Auszeichnung, die Schwalbe stehe als Symbol für den Frieden und die Verständigung, und er bedankte sich zusammen mit Herrn Direktor Brasla, und im Namen von Frau Direktorin Sandra Sile, für die gute Zusammenarbeit. Gleichzeitig gab er der Hoffnung Ausdruck, dass die gemeinsamen Begegnungen und Projekte für die Jugend weiterhin wachsen und vertieft werden mögen.
Lübeck wurde dieses Mal als Mittelpunkt und Unterkunftsort der Reise ausgewählt. Nach einem Studien-Informationstag in Hamburg (Ankunft im Airport Hamburg) besuchte die Gruppe außer der Fachhochschule und der Universität in Lübeck, die  Studienorte Kiel und Greifswald. Zehn Fachgebiete standen auf der Wunschliste, darunter „neue“ Gebiete wie: Medizintechnik, Molekular Life Science, Bioinformatik und Nano – Science und  – Technologie.
Um Erfahrungen für die geplanten Studienfächer zu sammeln, waren Termine bei Fach – Dozenten vereinbart, ebenso bei der jeweiligen Allgemeinen Informationsstelle für Auslandsstudenten. So wurde den jungen Leuten nicht nur gesagt, wie sie sich zu bewerben haben, wo und wie Stipendien zu beantragen sind, usw., sie konnten auch mit den Professoren über den Ablauf des jeweiligen Studiums sprechen und ihre Fähigkeiten und Berufswünsche auf die Probe stellen. Frau Nehring – Ansohn und und der Vorsitzende begleiteten die Schüler bei den Terminen. Vom 22. bis zum 27.10. 2012 waren

Baltische Schüler beim Baltischen Abend in der Deutschen Auslandsges. in Lübeck im Gespräch

die Gäste aus Lettland bei uns; es waren sehr erfüllte, spannende Tage, die wir mit einem Theaterbesuch („Viel Lärm um nichts“) beschlossen. Im Mai 2013 werden die meisten von ihnen das Deutsche Sprachdiplom
(DSD II) erhalten und das Abitur machen.
Die Deutsche Auslandsgesellschaft (DAG) mit Sitz in Lübeck – sie wird gefördert vom Auswärtigen Amt der BRD – war diesmal Partner und unterstützte das Programm auch finanziell. Die DAG betreut Deutschlehrer in Skandinavien und im Baltikum und organisiert Besuche in Deutschland. Einige Treffen fanden in den Räumen der DAG statt. Der Geschäftsführer, Herr Herold, lud die Schüler zu lehrreichen Seminaren ein und arrangierte eine Stadtführung. Die Sprachübungen wurden gern angenommen – als eine gute Ergänzung für die nahenden Prüfungen Es ergab sich ein fruchtbares Miteinander, das den Ablauf bereicherte und den jungen Leuten gefiel.

Verliehene Urkunde des Ersten Staatlichen Gymnasiums und des staatlichen Deutschen Gymnasiums Riga

Der Text auf der Urkunde der anlässlich des Baltischen Abends in Lübeck,
am 23. Oktober 2012, in den Räumen der DAG übergebenen Auszeichnung lautet:
Bestätigung: Der Förderkreis „Brücke zum Baltikum“  wird mit dem Preis
des Rigaer Staatlichen deutschen Gymnasiums
Die bronzene Schwalbe für
hervorragende Verdienste bei der Erziehung der Jugend
am 1. Staatlichen Gymnasium Riga,
am  Rigaer Staatlichen deutschen Gymnasium
von 2001 bis 2012 ausgezeichnet
Riga, den 22. Oktober 2012 Direktorin: Sandra Sile
Am Fuß der Skulptur ist auf je einer schmalen Messingplatte
eingraviert:
RV 1. G / Förderkreis „Brücke zum Baltikum“/ RV VG

Abschied vor der DJH Lübeck

Zehn Jahre „Brücke zum Baltikum“

Bereits im Gründungsjahr 2001 fand der erste Schüler – Besuch in Kiel und Hamburg statt; seitdem waren lettische Schülerinnen und Schüler vier Mal Gäste an verschiedenen deutschen Universitäten – zuletzt im Oktober 2009. Die Gruppen bestanden in der Regel aus jeweils 14 Schülern und Schülerinnen und zwei Lehrern.

Im Jahre 2008 haben 13 Schüler/-innen der oberen Klassen aus drei Städten (Riga/Valmiera/Liepaja) eine Woche am Unterricht an der Emil-Krause-Schule in Hamburg und an der Tellkampf Europa Schule in Hannover teilgenommen. Das hat zu einer partnerschaftlichen Verbindung zwischen den Gymnasien in Riga und Hannover geführt.

Aus Anlass des Jubiläums der „Brücke“ haben im Juni 2011 je sechs Schüler verschiedener lettischer Gymnasien an Schulen in Hannover (Tellkampf Europa Schule) und Halle (Georg-Cantor-Gymnasium) hospitiert. Wie die Lehrer gerne betonen – und die Schüler bestätigen-, sind die persönlichen Erfahrungen der realen Gegebenheiten und der Landeskunde eine sehr hilfreiche Motivation für das Erlernen der deutschen Sprache und ermuntern möglicherweise zu einem Studium in Deutschland.

Umfangreiche Lehrmittelspenden in Abstimmung mit den aktuellen Lehrprogrammen der Schulen runden das Programm des Förderkreises ab.

Eine Reihe externer Befürworter unterstützen den Förderkreis – bis hin zum Staatsministerium des Auswärtigen Amtes. Die guten Kontakte zu Lehrern und Schülern, ihre zahlreichen Dankesschreiben, die Zunahme der Absolventen für das Deutsche Sprachdiplom (DSD II), die Zahl der lettischen Studierenden in Deutschland aus den teilnehmenden Schulen bestätigen den Erfolg der „Brückenarbeit“.

Die restriktiven Sparmaßnahmen der lettischen Regierung werden positiv beurteilt, doch auf wessen Rücken werden sie ausgetragen? Die Gehälter der Lehrer wurden um 20 Prozent gekürzt, die Zuschüsse für Lehrmittel eingeschränkt, u.v.a.m.

Die Förderung der jungen Generation , vor allem die Unterstützung der Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer für die Deutsche Sprache im Baltikum sind gerade jetzt erforderlich und eine Herausforderung für die „Brücke zum Baltikum“. Danken möchten wir an dieser Stelle allen Mitgliedern und Spendern, die durch ihren Beitrag eine konstruktive Arbeit des Vereins ermöglichen.

Besuch aus Lettland

Das war nach einer spannenden Erkundungsreise nach Riga und Valmiera
Anfang Mai 2011 bald klar: Dreizehn Schüler aus den zehnten und elften Jahrgängen aus dem Staatlichen Deutschen Gymnasium, dem 1.Staatlichen Gymnasium in Riga sowie aus dem Staatsgymnasium Valmiera freuten sich darauf,
eine Woche unter deutschen Schülern zu verbringen und am Unterricht an deutschen Gymnasien  teilzunehmen.
Auf Einladung der Lehrer durften die Vertreter der „Brücke“ die Schulbank drücken und über den intensiven Unterricht staunen, der den Schülern in Vorbereitung auf die schwere Deutsch-Prüfung im nächsten Jahr viel Aufmerksamkeit und mündliche Teilnahme abverlangte. In Riga war die „Brücke“ Gast bei der Verleihung der Sprachdiplome (DSDII) an die diesjährigen Abiturienten mit dem Hauptfach Deutsch.
Da traf die Einladung der „Brücke“ ins Schwarze, denn eigene Erfahrungen mit den Lebensbedingungen und Gegebenheiten im Ausland sind die besten Sprachlehrer, auch wenn es einige Unterschiede im Schulsystem zwischen Deutschland und Lettland gibt.  Das Gymnasium „Georg  Kantor“ in Halle und die Tellkampf Europa Schule Hannover nahmen vom 6.-10. Juni 2011 insgesamt 13 Schüler für eine Woche auf. Dank der guten Vorbereitung und der Mithilfe deutscher „Begleitschüler“ konnten die lettischen Gäste viele Erfahrungen in sprachlicher und kultureller Hinsicht machen; wir hatten den Eindruck (den auch die Lehrer – und die nun heimgekehrten Schüler- bestätigten), dass auch dieses Projekt in beiden der genannten Schulen entsprechend der Zielsetzung der „Brücke“ verlaufen ist.
In Halle empfing der Leiter des Dezernats Jugend, Schule und kulturelle Bildung,
Herr Tobias Kogge, die Schüler und Organisatoren. Nachzulesen unter
http://www.halleforum.de/go/3297. Ein Besuch der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg stand ebenfalls auf dem Programm.

Besuch lettischer Schüler 2009

Vor der Uni Bremen
Vor der Uni Bremen

Mit dem Ziel, die deutsche Sprache zu vertiefen und für die berufliche Planung die Studienmöglichkeiten an deutschen Untiversitäten zu erfahren,  flogen am 18. Oktober 2009, am Sonntag um 11:45Uhr, 14 lettische Schülerinnen und Schüler aus Riga in Bremen ein, begleitet von Frau Sandra Sile, Direktorin des Agenskalns-Gymnasiums und Frau Inga Zeltina vom 1. Staatsgymnasium.

An der Uni Bremen erhielten die Gäste ausführliche Informationen in der Studienberatung. Weitere Stationen waren die Universitäten in Göttingen , Hannover und Hamburg.

Für die Mitglieder des Förderkreises, Wolf-G.Ansohn und Gutta Nehring-Ansohn, war es ein freudiges Erlebnis, die aufgeschlossenen, aufmerksamen Schüler auf der Studienfahrt zu begleiten; die angebotenen Informationen an den vier unterschiedlich strukturierten Universitäten wurden – begleitet von kritischen, wachen Fragen – konzentriert und dankbar aufgenommen.

Spendenbericht 2009

Auch im Jahr 2009 spendete die „Brücke zum Baltikum“ wieder Lehr – und Lernmittel für den Deutschunterricht. 

Solche Aktionen werden genauestens mit den Deutschlehrern abgestimmt. Die Zusammenarbeit mit örtlichen Beratern eines deutschen Verlages klappt ausgezeichnet und lohnt sich auch: Das Rabattsystem im Baltikum ermöglicht es uns, mehrere Schulen im Jahr mit modernem Unterrichtsmaterial (wie Kassetten, Hörbücher, Arbeitsheften, CD-ROMs u.ä.) auszustatten. Für die Schüler ist gutes Arbeitsmaterial ein erster Schritt zum Abschluss des Deutsch-Diploms (Abi-Fach), ein Studium oder Praktikum in Deutschland.

Die Spenden werden jedes Jahr auf Nachhaltigkeit überprüft, damit der Sprachunterricht optimal durchgeführt werden kann und den Lehrern die neuesten Lernmittel an die Hand gegeben werden können.

Schülerbesuch 2008

13 lettische Schülern und Schülerinnen hospitierten auf Einladung der „Brücke zum Baltikum“ in Hamburg und Hannover

„Vielen Dank für die Bereitschaft unsere Schüler und Schülerinnen vom 16 bis 20.Juni 2008 an Ihrer Schule aufzunehmen. Für unsere Schüler/ – Innen, die die Absicht haben, das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (KMK) Stufe II zu erwerben, ist es sehr wichtig, während ihrer Schulzeit enge und direkte Kontakte zu Deutschland, dem Land, den Menschen und seiner Kultur haben zu können“, schrieb die Direktorin Frau Sandra Sile (Agenskalns-Gymnasium in Riga) an Herrn Studiendirektor Bernhard Bock. Zuvor hatte er als Verantwortlicher für den Bereich „Kulturaustausch Europa“ der Tellkampfschule Hannover sich bereit erklärt, fünf lettische Schülerinnen und einen Schüler für eine Woche am Unterricht teilnehmen zu lassen und auch außerhalb der Schule für ein unterhaltsames Programm zu sorgen.

Gleichzeitig stellte der Autor das Projekt „Hospitieren für den deutschen Sprachunterricht in Lettland“ in Hamburg dem Direktor des Emil – Krause – Gymnasiums, Herrn Jürgen Radler, vor. Der „Brücke“ war von der Hamburger Schulbehörde diese Schule empfohlen worden, um sechs Schülerinnen und einem Schüler – aus den Gymnasien Liepaja (Liebau) und Valmiera (Wolmar) – für die Zeit vom 9.-13. Juni 2008 die Möglichkeit zu geben, am Schulunterricht teilzunehmen. Die Gastschüler haben die elfte (vorletzte) Klasse beendet und bereiten sich im jetzt Herbst auf das Abitur vor.

Die ersten Kontakte zu den deutschen Gymnasien entstanden im November und Dezember 2007. Die lettischen Schulen schickten nun die Viten und die Fotos an den Förderkreis, der mit den Schulleitern korrespondierte. Danach konnten die ersten direkten Gespräche – und vor allem die Suche nach Gasteltern erfolgen.

Von welchen Schulen kamen die Gäste, und wie kam es zum Austausch? Der Förderkreis „Brücke zum Baltikum“ fördert und unterstützt bekanntlich seit sieben Jahren den Unterricht der deutschen Sprache im Baltikum.

In Lettland entwickelten sich sogenannte Prüfungsschulen, die engste Kontakte zum Bundesverwaltungsamt (über die neuesten Prüfungskriterien und die Lehrerschulung usw.) pflegen und mit den übrigen Schulen vernetzt sind. Insgesamt 15 Deutsch unterrichtende Schulen sind so miteinander organisatorisch verbunden. Außerdem sind Koordinatoren für den Unterricht in Estland und Lettland eingesetzt, die für die Kontakte zu den Schulen, die Qualität und Aktualisierung des Sprachunterrichts und die Schulung der einheimischen Deutschlehrer Sorge tragen.

Nicht nur mittels der Medien, sondern ausführlich während unserer Besuche im Baltikum sprechen wir mit den Schulleitern und mit den Koordinatoren, um Neuigkeiten auszutauschen und das Förderprogramm auf den neuesten Stand zu halten. Auf der Wunschliste für 2008 stand das Hospitieren an deutschen Schulen, und der Förderkreis hat sich nun dafür eingesetzt.

Das Programm für die Gastschüler entstand durch lebhaften Ideenaustausch und mit starker Unterstützung der genannten Schulleiter, denn in beiden Schulen , in Hamburg wie in Hannover, war man darauf bedacht, die Integration der baltischen Gastschüler so intensiv wie möglich zu gestalten. Darüber hinaus sollte auch nach der Schule bei Veranstaltungen, Besuchen von Kulturstätten, gemeinsamen Unternehmungen, u.a. die Erfahrung der Gäste mit der „Fremdsprache“ vertieft werden. Dabei wurde darauf geachtet, den jungen Leuten den notwendigen Freiraum zu belassen.

In Hannover boten außer bei der Familie des Studiendirektors, vier weitere Familien für je eine Schülerin Unterkünfte an, sowie Herbert und Sabine Antonischki – Partner des Förderkreises – für den leider einzigen männlichen Gastschüler. In Hamburg engagierten sich Ehepaar Grass, sowie Herr Dr. Zemitis – Vorsitzender des Lettischen Vereins in Deutschland – der sogar alle drei Schülerinnen aus Liebau aufnahm, sowie Ehepaar Hoffie (als Mitglied des Förderkreises) – mit der Unterkunft für zwei Schülerinnen – und ein weiteres Ehepaar, das den einzigen Gastschüler liebevoll betreute.

Die „Brücke zum Baltikum“ übernahm die Kosten der Flüge, die Fahrkosten und für die Veranstaltungen außerhalb der Schulen. Die aufnehmenden Gymnasien sorgten auch für das Mittagessen. In Hannover koordinierte Studiendirektor Bock das Projekt, in Hamburg der Autor, doch vor allem gilt ein großes Dankeschön allen Gasteltern, die sehr zum Gelingen des Projekts beitrugen und an die Freunde der „Brücke“ in Hamburg, die mit sehr viel guter Laune einen Grillabend und kleine Ausflüge gestalteten und damit das Programm locker bereicherten.

Es waren aufregende Tage in Hamburg und Hannover, vermischt mit so manchen spannenden Momenten, die alle Beteiligten gut überstanden. Dass die Gäste ohne Begleitung durch Eltern oder Lehrer nach Deutschland kamen, hat bei den Schülern – neben anderen Erfahrungen – auch das selbständige Entscheiden und Handeln gefördert.

„Die Woche in Hannover war sehr interessant. Wir haben wirklich vieles gemacht und das Beste – Deutsch gelernt.“, schrieb Kija Beke für die Gruppe aus Riga, „So viele positive Gefühle haben sie nach Hause gebracht, so viel menschliche Wärme hat die Mädchen jeden Tag in Deutschland begleitet.(..) Viele hunderte von Fotos haben wir Eltern angeschaut. Das war eine echte Landeskunde und auch ein Sprachtraining…“, hörten wir aus Liebau, aus Valmiera schrieb Schuldirektor Janis Zemlickis: „Karlis, Evija, Justine und Liene waren begeistert, dass die deutschen Schüler und Lehrer so ein großes Interesse für Lettland hatten, dass sich viele über ihre guten Deutschkenntnisse freuten. Jetzt im September werden sie das Gesehene und Erlebte auch anderen Schülern präsentieren. Liene hat auch einen Artikel für die örtliche Zeitung geschrieben…“ Soweit Zitate aus den Dankesschreiben der Schulen. Zuletzt aus einem Brief, der uns nach einem Dankeschön an die Gasteltern erreichte.: „Brücken in andere Länder und Kulturkreise können nur entstehen, wenn gerade junge Menschen reisen, andere Länder und Sprachen kennenlernen, einander besuchen und Freundschaften schließen. Hierzu trugen wir gerne unseren Teil bei….“ . Die Tellkampfschule bot inzwischen dem Agenskalns- Gymnasium an, sich an der Europawoche (vor Ostern 2009) in Hannover zu beteiligen.

Die Gastschüler haben Adressen ausgetauscht und wünschen sich nachhaltige Kontakte mit hiesigen Schülern. Schließlich denken einige schon jetzt – in der elften Klasse – daran, nach dem Abitur in Deutschland zu studieren.

Wolf – G. Ansohn, Vors. „Brücke zum Baltikum