Projekt „Informative Studienreise 2015“ zu den Universitäten Hamburg, Kiel, Lübeck-vom 26. Oktober bis 30. Oktober 2015.

Die männlichen Teilnehmer der Studienreise auf  Erkundungstour in Lübeck
Die beiden Betreuerinnen Frau Jacovica (l.), vom Staatlichen Detuschen Gymnasium Riga  und Fraus Kruma vom Ersten Staatsgymnasium Riga
Die weiblichen Teilnehmerinnen in Erwartung der kommenden Ereignisse

 Wir waren erstaunt, dass sich so viele Schüler der beiden Gymnasien in Riga (Deutsches Gymnasium und 1. Staatsgymnasium) für die diesjährige Studienreise  anmeldeten, sodass wir Schüler der 11.Klasse abweisen mussten,  und uns überwiegend auf die Abiturienten-klassen konzentriert haben. Geht es doch darum, jedem Schüler die Möglichkeit zu geben, sich umfassend im Gespräch mit einem Fachdozenten zu informieren und zu prüfen, ob das gewünschte Studienfach tatsächlich zu ihm oder ihr passt.  Einer aktuellen Studie nach fehlt es bei den meisten Studienanfängern nämlich an ausreichender Vorbereitung auf ein Studium. Und die Quoten der Studien -Abbrecher sind leider hoch, insbesondere bei den MIN-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften) und den Ingenieur- Wissenschaften nicht selten zweistellig. Die Anzahl der Studienfachangebote hat in den letzten Jahren zugenommen. Gleichzeitig sind die Studienfächer intensiviert und vertieft worden. Sie wurden auch durch Module ergänzt, die den Studenten freie Wahl bei der Gestaltung lassen. Dreizehn Schüler (6 männliche, 7 weibliche Teilnehmer) hatten sich für zehn Fachgebiete angemeldet. Aufmerksam beteiligten sich  alle Schüler an der Vorbereitung auf die Besuchstage, die wir in der Jugendherberge in Lübeck nach dem Einquartieren durchführten. Es stellte sich heraus, dass für fast jedes Fachgespräch mehr Schüler Interesse zeigten als angemeldet. Wir begrüßten das: Einige Schüler wollten die Studienreise also nutzen, ihr Wahlfach zu überprüfen und sich umfassend zu informieren. Entsprechend intensiv waren die Fragen an die Dozenten, die zum Teil  über Beamer und Leinwand, mit Modellen ihre Beiträge verdeutlichten, die Labore öffneten, wissenschaftliche Sammlungen zeigten und uns in Vorlesungen führten. Natürlich – das war der weitere Zweck der Reise – sprachen alle nur Deutsch, um die Vorbereitung der Schüler auf das Deutsche Sprachdiplom (DSDII) zu unterstützen. Je einen Tag besuchten wir die Universitäten Hamburg, danach Kiel und schlossen in Lübeck an der Uni (Psychologie und Medizin) und der Fachhochschule Lübeck (Maschinenbau, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Informationstechnologie und Design, Betriebswirtschaftslehre,  Städtebau ) und mit einer allgemeinen Studienberatung die Studienformationen ab. Ein Theaterbesuch  zur „West Side Story“ (in deutscher Sprache) und eine Stadtführung, zu der Herr Herold, Geschäftsführer der DAG (Deutsche Auslandsgesellschaft), einlud, rundeten die Reise ab. Mit dem DAG verbindet die „Brücke“ seit 2012 eine Partnerschaft. Die Lehrerinnen, Frauen Zane Jakovica und Karina Kruma, begleiteten die Schüler. Im Frühjahr werden wir voraussichtlich bei der Verleihung der Deutschdiplome anwesend sein und erfahren, welche Wege „unsere“ Schüler gehen möchten. Nach einer Studienreise beginnen etwa 30Prozent von ihnen ein Studium in Deutschland  – oder setzen nach einem Start in Lettland  ihre Ausbildung hier fort.
Gez.: Wolf-G. Ansohn
Schirmherr: Prof. Dr. Edzard Schmidt – Jortzig, Bundesminister a. D.

Neue Horizonte erschließen

Die jungen Damen aus Liepaja und die Begleiter von der „Brücke“ am Elbufer.

Die „Brücke“ lud Absolventen baltischer Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom der Stufe II erwerben möchten, dazu ein, am Unterricht in deutschen Gymnasien teilzunehmen. Bereits im Oktober 2013 wurden die ersten Gespräche geführt. Die interessierten Schülerinnen und Schüler stellten sich mit kurzen Lebensläufen, Fotos und Mailadressen vor. Acht Schülerinnen aus der 5. Mittelschule Liepaja/Liebau entschieden sich, vom 31. 05. – 6.6.14 in Hamburg in der Stadtteilschule Barmbek, sechs Schülerinnen und zwei Schüler aus Riga (vom Deutschen Gymnasium und 1. Staatsgymnasium) vom 15.6. -19.06.14 in der Tellkampf Europa Schule Hannover zu hospitieren. Der Förderkreis war – wie auch die hiesigen Lehrer – darauf bedacht, den Aufenthalt der baltischen Gastschüler so lebendig und intensiv wie möglich zu gestalten. Frau Elisabeth Kalina (Hamburg) und Frau Barbara Schnellbach (Hannover) wird an dieser Stelle nochmals herzlich für das tolle Engagement gedankt. Die jungen Gäste wurden von“Begleitschülern/innen“ empfangen und während des Aufenthalts betreut. So konnten sie dem Unterricht gut folgen und sich bestens informieren. Dank Facebook ereignete sich bereits vorher ein reger Austausch. Nach dem Unterricht war Zeit für kulturelle Angebote und weitere Kommunikation. Als Beispiel sei ein “Baltischer Abend“ – bei Kerzenlicht, mit vielen Gästen – genannt. Die Libauer Mädchen stellten dabei ihre Stadt und ihre Schule vor. Eine Wanderung entlang der Elbe und durch den alten Elbtunnel erfreute ebenso, wie der Besuch des Hamburger Planetariums. Auf die Gäste in Hannover warteten ein Theaterabend mit einem humorvollen Krimi. Nicht zu vergessen das public viewing zur Fussball – Weltmeisterschaft und die Besichtigung der Stadt Hannover mit kundiger Begleitung von Herrn Georg Maltz – Vorstandsmitglied der Deutsch-Baltischen Gesellschaft in Niedersachsen e.V.- dem hier herzlich für seine informative Führung gedankt wird. Gern sprachen alle über ihre neuen Erfahrungen, die sie mit dem Unterricht gemacht hatten, und über ihre Berufspläne. Der Abschied fiel allen Beteiligten schwer. Vielleicht sehen wir einige von ihnen bei der nächsten Studienfahrt wieder. Auch die Lehrer, die den Ablauf in der Schule betreuten, waren zufrieden und wünschten sich, dass die Kontakte zu den lettischen Gymnasien erhalten bleiben und vertieft werden mögen. Die Deutschlehrer der lettischen Gymnasien meldeten sich bereits und sprachen davon, dass die Schüler begeistert von der Zeit in Deutschland berichteten. Es waren aufregende Tage in Hamburg und Hannover, vermischt mit so manchen neuen und anregenden Eindrücken für alle Beteiligten. Dass die Gäste ohne Begleitung der Eltern oder Lehrer nach Deutschland kamen, hat bei den Schülern neben anderem auch das selbständige Entscheiden und Handeln gefördert und die Angst vor Fremdem und Neuem genommen. In Hamburg konnten die Schüler Aufnahme bei Gasteltern finden. Der Förderkreis dankt herzlich Familie Hoffie, Frau Lyra, Familien von Schönberg und Zemitis.